Unter den Managementaktivitäten eines Milchviehbetriebs spielt das Fütterungsmanagement eine Schlüsselrolle bei der Erzielung wirtschaftlicher Rentabilität. Die Fütterung ist der wichtigste Umweltfaktor, der die Gesundheit, Produktivität und Effizienz der Herde beeinflusst und gleichzeitig den größten Anteil an den Kosten der Milchproduktion ausmacht.
Aus diesem Grund sollte das oberste Ziel eines jeden Milchviehhalters darin bestehen, Rationen anzubieten, die genau die Nährstoffe liefern, die der Stoffwechsel einer jeden Kuh benötigt.
Der Ernährungsberater unterstützt den Landwirt, indem er optimale Rationspläne formuliert, die auf die verschiedenen Tiergruppen und Produktionsstufen zugeschnitten sind. Beim Übergang von der theoretischen Ration zu ihrer praktischen Umsetzung entsteht jedoch oft eine Lücke, so dass die tatsächlich gefütterte Ration von den ursprünglichen Ernährungszielen abweicht.
Das liegt daran, dass die chemischen und physikalischen Eigenschaften von Futtermitteln im Laufe der Zeit selten konstant sind, selbst innerhalb derselben Futtermittelkategorie. Faktoren wie z.B.:
beeinflussen das Nährstoffprofil von Futtermitteln erheblich. Maissilage, die in horizontalen Bunkern gelagert wird, weist beispielsweise immer einen unterschiedlichen Gehalt an Trockensubstanz auf der Futterseite auf.

Diese Variabilität wirkt sich direkt auf die Beladungsphase des Futtermischwagens aus, in der die tatsächlich eingebrachten Nährstoffmengen außerhalb der vom Ernährungsberater festgelegten Grenzen liegen können – oft ohne dass der Landwirt dies merkt.
Um im Laufe der Zeit einheitliche und konsistente Rationen zu erhalten, sind zwei Bedingungen erforderlich:
Während die erste Bedingung teilweise durch gute agronomische Praktiken angegangen werden kann, erfordert die zweite Echtzeit-Überwachungsinstrumente.
Die Nahinfrarotspektroskopie (NIR) ist eine physikalische Analysemethode, die auf der Absorption von elektromagnetischer Strahlung beruht. Das Analysesignal hängt von den chemischen und physikalischen Eigenschaften der Probe ab, die die einfallende Strahlung teilweise absorbiert, reflektiert und durchlässt.
Im Spektralbereich von 780-2500 nm wird die NIR-Strahlung hauptsächlich von C-H-, O-H-, N-H-, P-H- und S-H-Bindungen absorbiert, was eine quantitative Analyse von ermöglicht:
Heute können NIR-Sensoren direkt am Mühlenkopf des Futtermischwagens installiert werden und ermöglichen so eine kontinuierliche Futteranalyse während des Ladevorgangs.
Indem Sie in Echtzeit den Inhalt von:
ist es möglich, die tatsächlichen Nährstoffmengen in der TMR zu überwachen und die Ration in Echtzeit anzupassen, so dass sie genau der Rezeptur des Ernährungsberaters entspricht.


Unter den derzeit verfügbaren Lösungen stellt das Precision Feeding System von Dinamica Generale einen vollständigen und integrierten Ansatz dar.
Das System besteht aus:
Das System arbeitet, indem es für jede Zutat Standard-Nährwerte auf der Grundlage von Laborreferenzanalysen festlegt. Diese Werte werden von der DTM-Software verwaltet, die im Mehrbenutzermodus zugänglich ist, auch für Ernährungswissenschaftler.
Die formulierten Rationen werden drahtlos an den am Mischer installierten Wiegeindikator übertragen, der den Bediener bei Echtzeitanpassungen auf der Grundlage der NIR-Sensormessungen anleitet.
Der Einsatz dieser Technologien ermöglicht:
Erfahrungen aus der Praxis haben gezeigt, dass nach der Einführung von NIR-Sensoren an Futtermischwagen durchschnittlich +0,6 kg Milch pro Kuh und Tag gewonnen werden.
Über die Kontrolle der Nährwerte hinaus hat Dinamica Generale Visiomix entwickelt, ein System, das auf Computer Vision Technologie basiert und die TMR im Mixer visuell analysiert.
Visiomix misst:
Das System passt den Mischprozess automatisch an, bis die optimale Homogenität und Faserlänge erreicht ist.
Visiomix wurde mit dem EuroTier Innovation Award 2016 ausgezeichnet.
Die während des Filigrana-Projekts gesammelten Daten zeigten eine durchschnittliche wirtschaftliche Verbesserung von +€4 pro 100 kg produzierter Milch.
Von Alberto Borile